Gruppentherapie im Armlabor für den schwer und mässig betroffenen Arm nach Schlaganfall: Akzeptanz, Auslastung und erste klinische Ergebnisse

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Buschfort et al.: Gruppentherapie im Armlabor für den schwer und mässig betroffenen Arm nach Schlaganfall: Akzeptanz, Auslastung und erste klinische Ergebnisse

Vorgestellt wird ein Armlabor für die schwer und mäßig betroffene obere Extremität (OE) nach Schlaganfall. Die Stationen bilden verschiedene Bewegungen und Aufgaben ab, Ziele sind die Intensivierung der Therapie, eine hohe Effizienz und eine Gruppendynamik. Die Stationen sind in Anlehnung an die Arbeiten der Gruppe ein computergestützter Armtrainer (Bi-Manu-Track, BMT), ein elektromechanischer Fingertrainer (Reha-Digit, RD) und je zwei mechanische Armtrainer (Reha-Slide, RS, u. Reha-Slide duo, RSD). Konzeptionell eint sie das repetitive Üben isolierter Bewegungen, ein bilateraler Ansatz und ein distaler Beginn der Rehabilitation der OE.

Je nach Parese wurden die Patienten in drei Gruppen (A, B und C) unterteilt: hochplegisch (A), beginnende selektive Bewegungen proximal und distal (B) und in der Lage, einen Tennisball zu greifen und loszulassen (C). Weiteres Kriterium war der Fugl-Meyer Score (FM, 0-66): FM <14, FM <34, FM≥35. Patienten der Gruppe A üben mit dem BMT und RD, Patienten der Gruppe B mit dem BMT und RS und Patienten der Gruppe C mit dem RS und RSD, eine Einheit dauerte 30–50 min jeden Werktag für drei Wochen.

Von 159 akut-stationären Patienten nahmen 119 teil. Relevante Nebenwirkungen traten nicht auf, die Patienten waren zufrieden. A-Patienten gaben vorwiegend eine Tonusminderung und Anbahnung erster motorischer Aktivitäten an, B- und C-Patienten kommunizierten zum Teil deutliche Verbesserungen bis hin zur Einsatzfähigkeit der betroffenen Hand. Die bei 21 konsekutiven Patienten erhobenen Scores zeigten: Patienten der Gruppe A (B) verbesserten ihren FM im Mittel um +12,3 (+18,3) und Patienten der Gruppe C den ARAT (0–57) um im Mittel +10,3 Punkte. Zusammen mit Patienten anderer Indikationen behandelten eine Therapeutin und eine Helferin im Mittel 22,9 Patienten pro Tag.

Zusammenfassend ist das Armlabor eine interessante Option zur Intensivierung der Rehabilitation der OE nach Schlaganfall. Die Ergebnisse rechtfertigen eine kontrollierte Studie.